Kommission für die Entschädigung der Opfer von Enteignungen augfrund der Antisemitischen Gesetzgebung wärend der Okkupationszeit
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Bankniederlassung [13/03/2008]

Diese Bankniederlassung wurde nach dem Washingtoner Abkommen vom 18. Januar 2001 gegründet.

Eine Bankanfrage wird gestartet sobald der Antragsteller eine Bank erwähnt, entweder implizit im Fragebogen oder explizit in den Archivmaterialien, die vom Antragsteller übermittelt wurden. Darüber hinaus können auch die von der CIVS zusammengestellten Archivdokumente die Eröffnung einer Akte Bankkontenenteignung bewirken, wenn sich nämlich aus diesen Dokumenten Ansatzpunkte für die Existenz eines oder mehrer privater oder Unternehmenskonten/Bankschließfächer ergeben.

Die Bankniederlassung führt ihre Nachforschungen direkt bei der Kommission per Computerdateien über blockierte Konten/Bankschließfächer durch. Sie nutzt dazu eine CD-Rom „Banken“->Art.22, die von der Mission Mattéoli per Verordnung vom 19. Oktober 2000 übergeben wurde. Auf dieser CD-Rom befinden sich die digitalisierten Daten zu jedem Bankinstitut.

Diese Stelle führt eine systematische Abfrage der CD-Rom „Banken“ durch, auch wenn der Antragsteller nur eine einzige Bank mit sehr ungenauen Angaben erwähnt hat. Die Recherche erfolgt auf der Grundlage des Namens des oder der Opfer, sowie deren Wohnanschriften während der Besatzung (Hauptwohnsitze, Anschriften von Unternehmen, Fluchtwohnsitz…). Dabei werden alle verschiedenen Schreibweisen, die in den Fragebögen und in den Archivunterlagen auftauchen, berücksichtigt.

Arbeitsmittel

Die Dateien auf der CD-Rom „Banken“ umfassen ca. 80 000 Konten / Bankschließfächer und ungefähr 60 000 Namen. Diese Angaben entstammen den im Nationalarchiv (archives nationales) aufbewahrten Verzeichnissen der Bankguthaben, die per 20. Dezember 1941 auf Anordnung des CGQJ (Commissariat général aux questions juives - Generalkommissariats für Jüdische Angelegenheiten) gesperrt wurden. Die digitalisierten Angaben zu den gesperrten Konten untergliedern sich in 26 Dateien, 25 davon betreffen Bankinstitute, die eigene Recherchen angestellt haben, und eine Datei wurde von der Mission Mattéoli erstellt und umfasst 160 Banken.

Bei der Bearbeitung jedes Antrags ist somit die Durchführung einer systematischen Computerrecherche zu etwa Hundert Finanzinstituten von 1941 erforderlich.

Ergebnis der Nachforschungen

Eine elektronische Recherche in den Dateien blockierter Bankguthaben gilt als positiv, wenn der Familienstand oder die Anschrift der enteigneten Person mit einem Familienstand bzw. einer Anschrift in den Dateien übereinstimmt. Im Zuge der Recherche können auch die Arten der Guthaben, Girokonto, Wertpapierkonto bzw. Schließfächer in einer oder mehreren Banken bestimmt werden. An die betreffenden Bankinstitute geht dann eine Nachfrage per Post. Diese umfasst einen Standardbrief mit der Bitte um Bestätigung der Rechercheergebnisse und um Übermittlung eventuell vorhandener, weiterer Informationen. Des weiteren enthält das Schreiben eine Kopie des Fragebogens und etwaiger Archivunterlagen. Der Mitarbeiter der Bankniederlassung bekräftigt sein Ergebnis mittels einer bestätigten Aufstellung aller gefundenen Guthaben.

Je nach Fall:

- Wenn die Aktenlage „klar“ ist, werden die Unterlagen dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt.

- Wenn die Aktenlage komplexer ist, geht die Akte zunächst zur Bewertung an einen Berichterstatter, der diese dann dem Beratungskollegium der CIVS vorlegt.

Ein negatives Rechercheergebnis bedeutet, dass in den Dateien blockierter Guthaben keinerlei Anhaltspunkte zu übereinstimmenden Angaben bei Familienstand oder Anschrift gefunden wurden. Der Mitarbeiter der Bankniederlassung belegt sein Ergebnis anhand einer Bestätigung der Negativabfrage. Insofern der Antrag vor dem 2. Februar 2005 gestellt wurde, geht die Bearbeitung der Akte weiter, und zwar werden die Antragsteller aufgefordert, eine Erklärung auf Ehrenwort abzugeben, mit der sie die Existenz eigener Guthaben während der Besatzung bescheinigen. Es kann somit eine Pauschalentschädigung aus „Fonds B“ gezahlt werden. Insofern der Antrag nach dem 2. Februar 2005 eingereicht wurde, wird ein Beschluss zur Ablehnung wegen Ausschlussfristerstellt und dem Präsidenten der CIVS zur Unterzeichnung vorgelegt.

Im Rahmen des Dekrets der CNIL (französische Datenschutzbehörde) vom 19. Oktober 2000 wurden mit den Einrichtungen zur Verteidigung der materiellen und moralischen Interessen der Opfer der Deportation Zulassungsvereinbarungen geschlossen , zum Beispiel mit dem FSJU (Fonds social juif unifié - Jüdischen Sozialfonds), dem Crif (Conseil représentatif des institutions juives de France - Repräsentativrat der Jüdischen Institutionen Frankreichs), dem Congrès juif européen (Europäischen Jüdischen Kongress) und dem Internationalen Simon-Wiesenthal-Zentrum. Es wird zudem hervorgehoben, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Forschern des Simon-Wiesenthal-Zentrums und den Organen der Kommission besteht. Letztere liefern sämtliche Informationen und Einzelheiten, die vom Simon-Wiesenthal-Zentrum zur Bearbeitung der Akten sowie zur eventuellen Einleitung neuer Anträge, gewünscht werden..

Weitere Informationen unter Fragen/Antworten

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